Umfrage/Sammlung: 3D-Drucker in der Schule

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Bernhard
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Umfrage/Sammlung: 3D-Drucker in der Schule

Beitrag von Bernhard »

Ich habe schon vor einigen Jahren damit angefangen die Entwicklung des RepRap zu verfolgen. Mittlerweile werden überall 3D-Drucker beworben und die Auswahl erschlägt einen. Wer von euch nutzt denn welche Geräte und was für Erfahrungen habt ihr damit?
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jota
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Re: Umfrage/Sammlung: 3D-Drucker in der Schule

Beitrag von jota »

Vor kurzem war ich auf einer Fortbildung von der FH Würzburg über 3D-Drucker. Wir haben zum Beispiel erfahren, dass die Produkte, die entstehen, nicht sonderlich bruchsicher sind. Die Rohstoffe sind sehr teuer. Die Prozedur dauert sehr lang. Das Produkt muss an einer extra Station gesäubert werden. Das waren alles Gegenargumente für die Anschaffung eines so teuren "Spielzeugs" an einer Schule.

Was ich allerdings sehr positiv finde: Die FH nimmt Auftragsarbeiten entgegen. D. h. man könnte mit den Schülern am Computer in der Schule ein Modell planen und an die FH schicken. Sie kümmert sich um die Herstellung, berechnet die entstandenen Kosten und eine Exkursion in den Druckraum wäre sicherlich auch noch möglich. So können die Schüler alles live erleben, ohne dass der Schule hohe Kosten entstehen.

Zudem haben wir aber auch über die Zukunft der 3D-Drucker gesprochen. Momentan gibt es noch keine genauen Regelungen was die Vervielfältigung von Bauteilen betrifft, aber es wird vermutet, dass Firmen es in Zukunft verbieten lassen, ihre Bauteile nachzubauen. Dadurch entstehen ihnen logischerweise finanzielle Ausfälle - vergleichbar mit der Musikindustrie und den Raubkopien.

Mein Fazit: Super motivierend für sehr gute Schüler, da hoher Anspruch bei der Planung, aber aufgrund der ungewissen Zukunftsaussichten noch keine Option für meine Schulen. Dann lieber in Auftrag geben.
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Bernhard
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Re: Umfrage/Sammlung: 3D-Drucker in der Schule

Beitrag von Bernhard »

Danke für deine ausführliche Antwort. Deine Argumentation klingt für mich schlüssig.
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rauhalahti
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Re: Umfrage/Sammlung: 3D-Drucker in der Schule

Beitrag von rauhalahti »

Hola,

da muss man schon sehr deutlich nach den unterschiedlichen 3D-Druckverfahren unterscheiden. Industrielle Verfahren, bei denen z.B. metallhaltige Pulver per Laser gesintert werden, sind für Schulen utopisch. Das derzeit einzig verwendbare Verfahren ist das FDM - also fused deposition modelling. Quasi die computergesteuerte Heißklebepistole. Es gibt für das gleiche Verfahren auch noch andere Bezeichnungen wie FFF. Da muss danach auch kaum gesäubert werden. Und die Preise für diese Drucker sinken stetig, Bausätze gibt es ab ca. 500 €.

Ich hab seit mehreren Monaten einen Fabbster im Einsatz. Der hat als Bausatz ca. 1500 € gekostet. Allerdings noch einiges an Nerven beim Zusammenbau, da die Dokumentation nicht so gut ist wie der Drucker selbst.

Das Teil ist fast täglich im Einsatz. Wir drucken alles mögliche damit. Eine Wahlfachgruppe restauriert gerade ein altes
Kettcar. Die Pedalkurbelwelle ist in Kunststoffbuchsen gelagert. Leider ist eine der Buchsen aus Altersgründen zerbröselt. Ein erster Versuch, die Buchse aus Holz nach zu formen scheiterte nach wenigen Umdrehungen. In SolidEdge gezeichnet, am 3D-Drucker ausgedruckt. Fertig. Dauerte insgesamt keine 15 Minuten und läuft super.

Ein bewegbares, recht einfaches Modell eines Motors, Schlüsselanhänger, Stifthalter, Blumenvasen, Handgriff für ein Laserschwert, Ersatzniere für das Körpermodell unserer Biologen, ...

Ich hab die Technik inzwischen in meine Fortbildungen aufgenommen. Bei der letzten BlendedLearning Einheit CAD war das Interesse daran sehr groß. Und in Obb West findet vermutlich noch im Juli eine RLFB statt, bei der wir exemplarisch den Weg eines Produkts von der Skizze über die CAD-Konstruktion bis zur Produktion im 3D-Drucker gehen.

Also ich kanns nur empfehlen. Und wenn man bedenkt, was an Schulen für andere Medien ausgegeben wird - ich sag nur frühe Farblaser für x Euro - dann sind die Kosten überschaubar.

VG Dieter
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jota
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Re: Umfrage/Sammlung: 3D-Drucker in der Schule

Beitrag von jota »

Hey Dieter,

das hört sich natürlich wesentlich besser an, als auf meiner Fortbildung in der FH! Hast du dazu bestimmte Bezugsquellen, die du empfehlen kannst? Und wie haltbar/porös sind die fertigen Modelle?

LG, Steffi
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