als Fachlehrer im BLLV

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Bernhard
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als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von Bernhard »

Da es ja bekannt ist, dass ich im BLLV aktiv bin und sich hier im Forum die Meinungen häufen, der BLLV tut ja eh nix für die Fachlehrer, versuche ich mal dazu Stellung zu nehmen. Durch die pauschalen Vorwürfe die hier erhoben werden ist das nicht gerade einfach.

Beim BLLV hat 2007 der Vorsitzende gewechselt und der aktuelle Präsident Klaus Wenzel hat drei Punkte aufgestellt, für die der BLLV einsteht:
  • - mehr Bildungsgerechtigkeit
  • - mehr Berufszufriedenheit
  • - weniger Bürokratie
Diese Themen betreffen uns Fachlehrer genauso wie alle anderen Lehrer.

Wenn der Verband es schafft, dass eine leidige Kategorisierung in der Grundschule größtenteils zurückgenommen wird, dann betrifft das die Fachlehrer EG direkt. Aber die Fachlehrer m/t betrifft es genauso, denn es war geplant diese Kategorisierung auch in den höheren Jahrgangsstufen einzuführen. In keiner Pressemitteilung zu diesem Thema wird wohl der Begriff Fachlehrer fallen. Es ist ganz einfach nicht nötig, denn das betrifft alle Lehrer - und somit auch uns.

Wenn der BLLV dafür eintritt, dass in einer regionalen Schulentwicklung die kleinen Schulstandorte erhalten bleiben. Wenn es geschafft wird, dass die Schüler länger gemeinsam zur Schule gehen können. usw. Hier lassen sich viele Punkte aus der allgemeinen Bildungspolitik anführen, jedoch haben sie alle eines gemeinsam: Es steht nirgends Fachlehrer drauf aber überall ist Fachlehrer drin.

Wir müssen also unterscheiden:
  • 1. Was bietet mir der Verband durch seine Arbeit für alle Lehrer?
  • 2. Welche Serviceleistungen bietet mir der Verband?
  • 3. Was leistet der Verband konkret für die Probleme der Fachlehrer?
zu 1.
Wenn man sich genauer mit den schulpolitischen Forderungen im Verband beschäftigt und sich durch persönliche Gespräche und Lektüre mit den Visionen beschäftigt, für die hier gekämpft wird, hört man ganz leise die tippelnden kleinen Schritte von vielen Ehrenamtlichen die für Ziele kämpfen und dabei ganz langsam vorankommen. http://www.bllv.de/standpunkte/
Wem das zu viel ist, der kann sich sofort auf die Leitanträge der letzten Bezirksdelegiertenversammlung stürzen. Der Stellenwert wird durch den Begriff "Leitantrag" deutlich. http://www.bllv.de/ldv2007/leitantraege.shtml

zu 2.
Für diesen Punkt eignet sich die Seite http://www.bllv.de/service/ gut, um sich umfassend zu informieren. Auch mal runterscrollen.

zu 3.
Beim Besuch der Seite http://bllv.de/standpunkte/index.shtml#16 fällt auf, dass es in den letzten beiden Jahren rund um die Fachlehrer relativ ruhig war. Es findet sich lediglich eine Stellungnahme zur FISO im letzten Jahr. Der Schein trügt allerdings: Bei der letzten Bezirksdelegiertenversammlung des BLLV wurden auch Beschlüsse verabschiedet, die sich ganz konkret mit den Fachlehrern beschäftigen.
Bei der Bezirksdelegiertenversammlung 2007 traffen sich hunderte BLLV-Mandatsträger aus ganz Bayern um darüber abzustimmen, an was der Verband in der nächsten Periode arbeiten soll.
Diese fachlehrerrelevanten Anträge wurden u. a. beschlossen:
Antrag G 20: Der BLLV möge sich für die Angleichung der Arbeitszeit der Fachlehrer/-innen an die der Lehrer/-innen der jeweiligen Schulart einsetzen.
Antrag D 3: Der BLLV fordert eine Anhebung der Eingangsämter der Fachlehrkräfte und Förderlehrer/-innen sowie verbesserte Beförderungsmöglichkeiten.
Der BLLV hat jetzt den Auftrag an diesen Punkten zu arbeiten. Dies sind offizielle Forderungen aus dem Verband!

Mitarbeit
Der BLLV sucht - wie alle Verbände - überall engagierten Nachwuchs. Wenn ihr also bereit seid, aktiv im Verband mitzuarbeiten, dann könnt ihr euch selbst in die Position bringen, etwas für die Fachlehrer zu tun. Ich bringe uns bei der ABJ oft ins Gespräch und weise auf unsere Situation hin. Aber bei der ABJ (BLLV-Mitglieder sind bis zum 10. Dienstjahr automatisch in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer ABJ) bin ich beispielsweise der einzige Fachlehrer m/t. In der Fachgruppe Fachlehrer m/t sind Toni und ich die beiden einzigen jüngeren Kollegen. Einige Fachgruppenmitglieder sind bereits pensioniert! Und wo seid ihr?

Fehler, die dem Verband zugeschoben werden
Da teilweise Negativ-Erfahrungen mit einzelnen Mandatsträgern ins Gespräch gebracht werden:
  • - Eine Einzelperson ist nicht der Verband.
  • - Menschen machen Fehler!
  • - Die meiste Arbeit im Verband geschieht ehrenamtlich.
Ich beantworte keine Fragen per PN oder Mail die im Forum beantwortet werden können!
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lisa-maria
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von lisa-maria »

Endlich, DANKE! :)
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Borcas
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von Borcas »

Schön, dass hier eine Reaktion auf die Thematik kommt. Allerdings kann ich dir nur bedingt zustimmen.

1. Dass in allen Themen, welche die Hauptschule als solche betreffen, wir als Fachlehrer an der Hauptschule (selbiges gilt für Realschule) mit drin sind, ist logisch und wird auch niemandem fremd sein. Natürlich identifizieren wir uns mit der Schule als solche und sind dankbar dafür, dass sich der BLLV für die Schule im Allgemeinen einsetzt.

2. Dennoch ist es nicht selten der Fall, dass der Verband im riesigen Heer der Lehrer die Gruppen Fach- und auch Förderlehrer nur dann sieht, wenn sie in das Gesamtbild fallen. Dass Fach- und Förderlehrer aber eigene Belange haben, eigene Probleme, die nicht die gesamte Lehrerschaft betreffen, teilweise sogar sehr im Gegensatz zu den Wünschen der "normalen" Lehrer stehen, wird gern vergessen. Zumindest war dies in der Vergangenheit so. Sollte sich mit der neuen Führung hier eine Änderung ergeben, wäre dies schön und wünschenswert, aber auch noch eines Beweises schuldig.

3. Papier ist geduldig. Auch wenn auf den Deligiertenversammlungen dies oder jenes beschlossen wurde, heißt dies noch nicht, dass es auch durchgesetzt wird. Die Themen sind schön und ich würde mich freuen, wenn in dieser Richtung etwas vorwärts ginge. Doch wie du selbst schreibst:
Der BLLV hat jetzt den Auftrag an diesen Punkten zu arbeiten.
4. Viele junge Fachlehrer haben in den letzten Jahren immer wieder Aktionen des BLLV mitverfolgen können, in denen unsere Belange aus Rücksicht auf "wichtigere Themen" unter den Tisch gefallen sind. Leider hat dies bei vielen von uns den Eindruck geschaffen, dass wir dem Verband nicht wichtig sind. Ich persönlich kann mich zum Beispiel an eine umfangreiche Aktion erinnern, als ich noch in der Ausbildung war. Die Ausbildungsstätten und viele andere FL hatten sich engagiert und als der Verband gefordert gewesen wäre, die Ergebnisse (Unterschriftslisten, etc.) einfach offiziell weiterzuleiten, haben sich die damals zuständigen Herren quer gestellt (Das Thema hätte damals uns positiv und die Fachlehrer h/h negativ betroffen). Auch die Reaktionen auf unsere Aktion im letzten Jahr waren ähnlich. Natürlich würde es mich freuen, wenn der Verband mittlerweile eine andere Politik betreibt, was diese Dinge angeht.

Mit Neugier und großem Interesse werde ich verfolgen, was sich in der nächsten Zeit im BLLV wirklich tut und wie der Einsatz auch für kleinere Gruppen der Lehrerschaft aussieht. Und ich würde mich freuen, irgendwann einen Grund zu haben, wieder einzutreten.
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rauhalahti
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von rauhalahti »

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Zerissenheit innerhalb des BLLV. Einerseits möchte man sich um unsere Belange kümmern, andererseits nimmt man aber von konstruktiven inhaltlichen Stellungnahmen zu Änderungen in der FL-Ausbildung Abstand da man Fachlehrer grundsätzlich nicht haben will.

siehe hierzu:
Ablehnung einer Stellungnahme zur Änderung der FISO aus grundsätzlichen Erwägungen
http://www.bllv.de/standpunkte/eingaben ... fiso.shtml

oder
Ablehnung einer Änderung der ZAPO aus grundsätzlichen Erwägungen (...FL...auf Kosten der Professionalität ...durch eine abgewertete Parallelausbildung)
http://www.bllv.de/standpunkte/eingaben ... po-f.shtml


während dann sinnigerweise die Ausweitung der Ausbildung zum Fachlehrer gefordert wird um Löcher zu stopfen:
http://www.bllv.de/standpunkte/eingaben ... 1125.shtml

und nicht zu vergessen die leidige 150 EUR-Forderung für Systembetreuer/FL in direktem Vergleich zur Lohnerhöhung der tatsächlichen Verbandsklientel "HS-Lehrer" mit immerhin 350 EUR.

@Bernhard: Ich hoffe, ich war jetzt nicht wieder zu pauschal. ;)
Aber ich bin froh, jetzt wenigstens mal ne Stellungnahme eines aktiven BLLV-Mitglieds bekommen zu haben - war zwar nicht auf meine "pauschale" 150-EUR-Kritik, aber immerhin wissen wir jetzt, dass viele BLLV-Mitglieder ehrenamtlich arbeiten.


Ich bleib dabei - ich fühle mich von diesem Verband nicht sinnvoll vertreten. Und vom BRLV noch viel weniger. Der BLLV sollte akzeptieren, dass die FL in Zukunft eine größere Rolle spielen werden - immerhin wurden und werden die Ausbildungskapazitäten deutlich vergrößert.

Was die "geringere Professionalität" durch die abgewertete "Parallelausbildung" angeht: Ich bin für die Fächer, die ich unterrichte, bestens qualifiziert. Auf jeden Fall wesentlich besser als eine HS-Lehrerin, die seit der 11. Klasse nichts mehr über Physik gelernt hat aber das Fach "hochprofessionell" an einer Hauptschule unterrichtet. Das war meine ehemalige WG-Mitbewohnerin, die ich als ausgebildeter Werklehrer mit gewerblich/technischer Vorbildung gerade noch von lebensgefährlichen Experimenten an der heimischen Steckdose abhalten konnte um ihr dann ihren Physikunterricht für den nächsten Tag zu planen. Die Qualität der HS/GS-Ausbildung an der Uni kann ich auch von einigen Semestern an der Uni (habe teilweise die selben Vorlesungen/Seminare besucht) beurteilen und darf feststellen: Mir macht die geringe Professionalität der universitären Lehrerbildung tatsächlich große Sorgen. Wer das jetzt für Polemik hält sollte sich einfach mal selbst ein vertieftes Bild dieser Ausbildung machen. Aber das nur nebenbei. Ich hacke hier nämlich nicht auf HS-Lehrer rum, die für die Qualität ihrer Ausbildung gar nicht verantwortlich sind und trotz dieser schlechten Ausbildung zum großen Teil sehr gute Arbeit machen - ich hacke auf einem Verband rum, der unsere (zwar ganz klar nicht perfekte) Ausbildung und unsere tägliche Arbeit diskreditiert anstatt unsere Interressen zu vertreten.

Gruß
Dieter
rauhalahti
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von rauhalahti »

Jetzt ist mir noch was eingefallen:

Zum Thema: Antrag G 20: Der BLLV möge sich für die Angleichung der Arbeitszeit der Fachlehrer/-innen an die der Lehrer/-innen der jeweiligen Schulart einsetzen.

An den Realschulen hat sich für FL, die in IT unterrichten, zumindest die Arbeitszeit-Benachteiligung ziemlich erledigt. IT wurde vom KuMi als wissenschaftlich anerkannt und wer sich einer (wirklich machbaren) Nachqualifikation unterzogen hat bekommt nun alle Stunden in diesem Fach als wissenschaftlich berechnet. Da ich in diesem Schuljahr nur IT unterrichte habe ich die gleiche Arbeitszeit wie meine RL-Kollegen.

Das ist übrigens gegen den Wunsch des BRLV geschehen - die wollten den Status "wisschenschaftlich" nämlich auch nicht durch Fachlehrer abgewertet sehen. Hier wurde also - man staune - eine deutliche Verbesserung für FL direkt vom KuMi umgesetzt - noch dazu gegen den Widerstand des zuständigen Lehrerverbandes. :respekt: Wie schon gesagt - auf solche Interessenvertretung kann ich verzichten.

Wenn - wie Bernhard sagt - in den letzten zwei Jahren eine neue Führung des BLLV auch für FL aktiv war, wo bleiben dann Ergebnisse? Die Qualität eines Verbandes muss sich an den Ergebnissen messen lassen und nicht an Leitanträgen - die noch dazu teilweise konträr zu anderen Leitanträgen des selben Verbandes sind. Und zwei Jahre sollten für mehr als drei Leitanträge reichen - da sollte man schon mal das eine oder andere Ergebnis zu hören/lesen bekommen. Als Augschburger fällt mir dazu nur ein Begriff ein: Kaschperltheater. :schaf: Bekennt sich der BLLV vielleicht irgend wann mal zu den Fachlehrern als vollwertige Lehrer mit professioneller Berufseinstellung und Qualifikation? Der BLLV kämpft anscheinend immer noch berufspolitische Grabenkämpfe der Hochschulreform - an der aktuellen Lehrer-Ausbildungs- und Schulalltagsrealität geht das aber eindeutig vorbei. :rolleyes:

Das alles gilt natürlich in gleicher Weise für den BRLV :motz:


Und zu Bernhard Frage: "Wo seid ihr?"

Also ich und Borcas und wohl noch so einige andere sind ausgetreten. Grundsätzlich halte ich Verbände/Gewerkschaften nämlich für sehr wichtig. Aber ums mal bildlich auszudrücken: Ein Taucher der nicht taucht taucht nicht. Und eine Interessenvertretung ......

Und ich halte es auch nicht für sinnvoll, einem Verband beizutreten und dann erst mal ganz massive verbandsinterne Widerstände beseitigen zu müssen :stupid: bevor man seine berechtigten Interessen dort vorbringen kann wo sie hingehören - beim Dienstherrn.

Gruß
Dieter
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Bernhard
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von Bernhard »

Wenn - wie Bernhard sagt - in den letzten zwei Jahren eine neue Führung des BLLV auch für FL aktiv war, wo bleiben dann Ergebnisse?
In diesem Punkt muss ich dich korrigieren. Der neue Vorstand wurde im Mai 2007 gewählt. Das ist nicht einmal ein Jahr her und eine gewisse Zeit zur Konsolidierung musst du einem neubesetzten Vorstand schon einräumen! Die ist mittlerweile natürlich vorbei und auch ich warte jetzt auf Zeichen. :D

Ansonsten begrüße ich eure sachlichen Kritikpunkte sehr. Es ist immer gut zu wissen, an was man arbeiten kann.
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von rauhalahti »

Stimmt - sorry, da hat mir mein Gedächtnis einen Streich gespielt. Du sprachst von zwei Jahren im Zusammenhang mit dem Archiv.

Nfug :tach:

Gruß
Dieter
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jota
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Re: als Fachlehrer im BLLV

Beitrag von jota »

an sich alles okay...

aber was ich schade finde: ich wollte mich vor kurzem sehr gern etwas in den bllv einbringen bzw in die abj unterfranken. habe inzwischen schon zwei leuten geschrieben und immer noch keine reaktion bekommen. langsam hab ich das gefühl ein fachlehramtsanwärter interessiert da gar nicht... werd heut mal noch jemand anschreiben (diesmal als aufgabe vom seminar aus) und bin gespannt ob da was zurück kommt... langsam bin ich nämlich demotiviert...
aber falls du mich endlich erfolgreich einschleusen willst kannst das natürlich auch gern übernehmen :D
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