Euer Setup für den Distanzunterricht

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wodga
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Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von wodga »

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mich würde interessieren, mit welchem "Setup" ihr euren Distanzunterricht organisiert. Ich möchte hier gleich mal den Anfang machen und kurz schildern für welche Lösungen ich mich entschieden habe.

Kurz vor Weihnachten bin ich auf die HPI-Schulcloud gestoßen und habe mich dafür registriert. Leider gab es einige technische Probleme die leider zu spät erst behoben werden konnten. In der Zwischenzeit habe ich ilias auf einem Schulserver installiert. Dieses Programm basiert auf moodle und hat einige vielversprechende Ansätze, kommt aber eher im universitären Umfeld zum Einsatz. Letztlich habe ich mich für folgende Lösungen entschieden:
- Das vielgescholtene Mebis zur Bereitstellung von Arbeitsmaterialien und Aufgaben (inklusive Einsatz der Moodle-App welche damit hervorragend zusammenarbeitet).
- Jitsi als Videokonferenztool (ich habe zig verschiedene Lösungen mit Schülern getestet, die Funktionalität ist jedoch für meine Zwecke ausreichend
- Nextcloud samt Client zur Synchronisation meiner Schuldateien mit Zuhause.

Prinzipiell finde ich, dass an der Schule datenschutzkonforme Werkzeuge zum Einsatz kommen sollten, welche sich dem Grundsatz "public money, public code" verpflichtet fühlen sollten.

Jetzt bin ich gespannt, für welche Lösungen ihr euch entschieden habt und welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt.
Sabine
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Sabine »

Arbeiten mit dem Schulmanager. Läuft inzwischen super zuverlässig.
Besteht aus lauter Modulen, die jede Schule nach Bedarf zusammenbuchen kann. Kostet halt.

Vorteil ist, dass das Teil echt idiotensicher und selbsterklärend ist. Damit kommen alle Schüler klar.

Man kann auch damit seine Wochenpläne machen, die Eltern können darüber Krankmeldungen machen, die erscheinen dann automatisch im Wochenplan. Spart man sich viel hin und her. Vor allem als Fachlehrer wenn man ständig woanders drin ist.

Wenn einer unentschuldigt ist schreibt man es in die Klasse rein und es landet gleich bei der Sekretärin.

Man hat auch eine schöne "Chatecke" wo man den S. den Eltern und Kollegen was schicken kann. Hat was von Whatsapp - also kommen die S. super damit zurecht.

Unterrichte hochladen - bearbeiten - und Sachen einsammeln geht auch ganz einfach und übersichtlich.

Uns gefällt es an der Schule richtig gut das Teil.
Marina
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Marina »

Ein interessanter Thread :top:.

Ich arbeite mit mebis, das mittlerweile ja doch stabil läuft (hoffentlich verschrei ich es nicht :D) Mir gefällt daran, dass ich von den Aufgabenstellungen her weitaus flexibler bin als mit anderen Lösungen z. B. durch das Tastschreibmodul, die Tests ... Allerdings ist mebis nicht selbsterklärend, ich habe seit Schuljahresanfang mit meinen SchülerInnen geübt, manche Sachen, die für mich selbstverständlich erscheinen, muss ich trotzdem ausführlich erklären.

Da ist es von großen Vorteil, die SchülerInnen auch regelmäßig in Videokonferenzen zu "sehen", um ihnen direkt etwas sagen oder zeigen zu können. Das mache ich ab der 7. Klasse mit BigBlueButton. Unser Landkreis hat für alle Schulen des Kreises dafür Server eingerichtet, so dass wir es datenschutzkonform und sehr bequem nutzen können. Läuft gut bis zufriedenstellend.

Mit der Lösung bin ich zufrieden und komme gut klar. Die meisten meiner Schüler auch.
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TinaK
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von TinaK »

Bei uns in München sind ab kommende Woche alle Tools wie Jitsi, Zoom und ähnliche untersagt.

Wir dürfen nur noch Teams und Mebis nehmen. Teams läuft zur vollen Zufriedenheit.
Sabine
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Sabine »

Videokonferenzen mit BigBlueButton gehen auch mit dem Schulmanager. Damit kommen die S. super klar. Abgesehen davon, dass bei einigen S. manchmal urplötzlich die Webcam nicht mehr geht. Beim Elternabend sieht man dann aber die Eltern ganz toll. Sowas aber auch. Wir haben auch schon Lehrerkonferenzen so gemacht.

Die "Einführung" in das Programm ging superschnell. Das einzige Problem war, sich sein eigenes Passwort merken zu müssen :-)
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umnz
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von umnz »

TinaK hat geschrieben: 23.01.2021 21:18 Bei uns in München sind ab kommende Woche alle Tools wie Jitsi, Zoom und ähnliche untersagt.

Wir dürfen nur noch Teams und Mebis nehmen. Teams läuft zur vollen Zufriedenheit.
Wow. das ist ja interessant - Mit welcher Begründung werden die Plattformen Jitsi, BBB usw. ausser Betrieb gesetzt. Bei BBB kam es in den letzten Tagen in Niederbayern zu wüsten Beschimpfungen durch anonyme Teilnehmer, die über den weitergegebenen Link sich in Unterrichte eingeklinkt haben. BBB bietet zwar ein Lobby-Funktion, wenn da aber 100 Anfragen kommen, dann macht der Lehrer nichts anderes mehr.

Jitsi bietet zumindest Lobby und Passwortzugang - ist aber von der Qualität sehr wechselhaft.

Ich denke die Kombination aus MS-Teams und Mebis ist zurzeit die beste Lösung, um eine gesicherte Beschulung durchzuführen.

Das größere Problem sehe ich bei den Schülern, die zum Teil über keine brauchbaren Endgeräte verfügen, sich keine Leihgeräte holen wollen und sowieso keinen Drucker haben geschweige denn Word oder überhaupt einen Block und Bleistift als Arbeitsmittel besitzen. Furchbares arbeiten, alles muss so aufbereitet werden, dass auch der der nix hat arbeiten kann - sofern er auch möchte. Ein paar meiner Schüler sind auch nicht wirklich erreichbar - weder per E-Mail, Telefon usw.

Die Schere innerhalb der Gruppen geht bei mir daher sehr weit auseinander und dann noch die Projektprüfung, die bald vor der Tür steht und die Schüler ein einigermaßen Projektmappe abgeben sollen. Da sehe ich bei einigen einfach nur noch "schwarz"
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Charly
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Charly »

Meine Meinung ist, dass der Distanzunterricht für die boZ-Fächer extrem Aufwendig in der Vorbereitung ist. Unterrichtsinhalte in WiK gehen mir langsam aus, weil Tastschreiben nicht möglich ist, da die Kinder unterschiedliche Voraussetzungen haben und viele SuS keine Programme zu Hause haben. In Technik wird viel gezeichnet, aber die Einstellung der Schüler gegenüber der Arbeit ist eher niedrig anzusiedeln und wenn ich Ergebnisse zurückbekomme, wie gesagt wenn, dann sind die oft lieblos dahin geschmiert. Wie ist das bei euch?
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wodga
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von wodga »

@Charly: Ich muß dir recht geben, dass der Distanzunterricht in den BoZ-Fächern extrem aufwändig ist und die technischen Voraussetzungen bei den Schülern sehr unterschiedlich sind. Mit der Rücklaufquote bei den Arbeiten kämpfen nicht nur wir Fachlehrer auch die Klassenlehrer haben deutlich geringere als im Regelunterricht, was aber nicht nur technisch bedingt ist.

@TinaK: Dass wir in München keine freien tools mehr einsetzen dürfen ist mir neu, entsprechende ministerielle Schreiben haben uns noch nicht erreicht. Einen passenden Artikel findet ihr hier.
Marina
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Marina »

BBB bietet zwar ein Lobby-Funktion, wenn da aber 100 Anfragen kommen, dann macht der Lehrer nichts anderes mehr.
Das versteh ich jetzt nicht. Warum sollten da 100 Anfragen kommen? Wir arbeiten auch mit BBB, jede Lehrkraft verwaltet sich selber und so sind nur die SchülerInnen freizuschalten, die sich in der jeweiligen Gruppe befinden. Und diese sind ja dann doch überschaubar. Oder macht ihr Videokonferenzen klassenübergreifend?

Natürlich ist Distanzunterricht mühsam und teilweise auch frustrierend. Wobei ich bei SchülerInnen und Eltern doch eine gewisse Bringschuld sehe: wenn nicht mal Papier und Stift (ja mit was arbeiten die denn im Schulunterricht???) vorhanden sind oder sie nicht willens sind, sich ein meist kostenloses Leihgerät von der Schule zu organisieren, dann ist es halt so. Da darf aber nicht erwartet werden, dass ich dann alles im Präsenzunterricht nochmal von vorne durchkaue, was jetzt im Distanzunterricht gemacht wurde. Das wäre auch ungerecht den SchülerInnen gegenüber, die sich zuhause abmühen, Aufgaben schicken und bei Bedarf nachfragen. Die haben wir ja auch.
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Bernhard »

Ich benutze zentral den Schulmanager: Im Modul Lernen werden die Aufgaben Woche für Woche im Padlet-Style aufgezeigt. Die Dateien lege ich aber auf meiner eigenen Schulcloud (nextcloud) ab weil ich dort keine Einschränkungen habe. In der Aufgabe wird ein von mir erstelltes Youtube-Video direkt eingebunden (wenn ich eines erstellt habe). Im Modul Lernen geben die Schüler auch aufgabenbezogen die Fotos ihrer Übungen zur Bestätigung/Korrektur ab.

Während der Unterrichtszeit kläre ich am Anfang im Videokonferenzmodul (Schulmanager/BBB) die heutige Aufgabe oder führe auch mal einen neuen Inhalt ein. Langfristig wichtige Inhalte versuche ich gleich als youtube-Video anzubieten. Die restliche Unterrichtszeit bin ich dort auf Abruf erreichbar. Die Schüler halten bspw. ihre halbfertige Zeichnung in die Kamera die nur dazu eingeschaltet wird und ich helfe zur Not mit einer kleinen Skizze auf meiner Seite. Meistens erfolgen die Fragen und Antworten aber mündlich.

In der Nachbereitung kläre ich wöchentlich für sämtliche Unterrichte die Mitarbeit. Dabei ist wichtig, ob mir Ergebnisse gezeigt werden. Die Anwesenheit im Konferenzraum hat dabei kaum/keine Bedeutung.

Hilfsmittel für Lernvideos
Informatik/WiK: Notebook mit Linuxmint/Libreoffice/Gimp/draw.io/kazam/kdenlive auf youtube
Technik: Aufnahme mit Ipad, Bearbeitung auf Notebook mit Linuxmint/kdenlive auf youtube

Die Klassenleiter nehmen gerade immer mehr die Dokumentenkamera mit nach Hause und schließen sie per USB als Webcam an um das Bild in der Videokonferenz zu nutzen. Sie sind sehr begeistert. Ich muss mir auch noch eine für das Zeichnen mitnehmen - bisher hilft mir noch meine Frau beim Erstellen der Videos.
Ich beantworte keine Fragen per PN oder Mail die im Forum beantwortet werden können!
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von umnz »

@Marina ... wenn 100 Anfragen kommen

... Lobby

in einigen Städten und Landkreisen haben die Schüler den BBB-Link weitergegeben und dann haben sich Schulfremde oder andere Schüler in Raum eingeschrieben und die Lehrer und Schüler auf das übelste beschimpft und beleidigt. Die Lehrer reagierten mit Lobby, aber dann klopfen mehrere hundert User an. Da lief das BBB etwas an die Wand. Diese, für Schüler, witzige Art greift im Moment immer weiter um sich. An Grundschulen wurden bereits P...-Filme eingespielt. Das ist wahrlich kein Spaß mehr. Als Konsequenz kann man das Videotool nur noch niederlegen und auf andere Kommunikationswege ausweichen
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Bernhard »

In Kombination von BBB mit dem Schulmanager gibt es das Problem bisher nicht.

Heute morgen kam im Radio, dass die ersten Täter gestellt und angeklagt werden. Darüber hinaus kann man den Schülern auch ziemlich umfangreich ihre Rechte entziehen wenn man die Einstellungen dazu mal gefunden hat.

So ist es bspw. bei richtiger Konfiguration generell erstmal nicht möglich einen Pornofilm einzuspielen solange der Lehrer dem Schüler nicht das Präsentationsrecht erteilt. Dieses Recht erhält aber immer nur einer und es kann sofort wieder entzogen werden. Hier sollte man also wirklich erstmal ganz genau hinschauen wo das eigentliche Problem liegt (Konfigurationsfehler des Anbieters?) bevor man ein ganzes Softwarepaket als nicht nutzbar darstellt.
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Re: Euer Setup für den Distanzunterricht

Beitrag von Marina »

@umnz: Wie Bernhard schon geschrieben hat: da liegt es aber an fehlenden Einstellungen (oder Wissen?) bzw. an mutwilliger Störung des Distanzunterrichts. Wenn im Normalunterricht 100 Leute den Pausenhof stürmen und lautstark rumbrüllen, würde die Schulleitung zu Recht die Polizei rufen. Analog dazu muss mit Störungen des Distanzunterrichts genauso verfahren werden (was ja auch passiert).

Zum Glück sind das ja auch nur Einzelfälle und deswegen ein Tool als unbrauchbar darzustellen, ist nicht fair. Übrigends kann jedes Tool misbraucht werden, wenn Passwörter an Unberechtige weitergegeben werden. Aber auch da gilt: in solch einen Einzelfall müssen die schwarzen Schafe gefunden und mit Sanktionen belegt werden. Bei richtiger Konfiguration (was aber nicht unser Problem ist, sondern dass der zuständigen IT-Fachkräfte), kann man meiner Erfahrung gut damit arbeiten.

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